19.5.2017 ein guter Tag um geboren zu werden

Seit ein paar Tagen fühlt sich alles nach Geburt an. Der Bauch hat sich gesenkt, ab und an merke ich Wehen in regelmäßigen Abständen mit leichtem Druck nach unten. Der Nestbautrieb bringt meine Familie um den Verstand. Ich mag alles sauber, ordentlich und organisiert haben.

Ich bin bei 37+2 angekommen und laut Hebamme ist alles geburtsbereit.

Der Pool steht noch eingepackt im Flur aber der Rest ist bereitgelegt. Ich bin mit meinen 4 Mädels allein zu Haus, mein Mann noch auf Dienstreise in Irland. Am 18.5. lasse ich meinem Putz- und Aufräumdrang freien lauf.

Merke aber deutliche Vorwehen und auch das ab und zu etwas Flüssigkeit abgeht. Vermute Fruchtwasser, will aber abwarten bis ich mir 100% sicher bin.

Räume weiter auf, bringe die Mädels ins Bett und bereite die letzten Dinge für die Hausgeburt vor.

Um 23 Uhr gehe ich zufrieden aber auch völlig ko ins Bett. Ich liege wie immer auf der Seite und versuche einzuschlafen. Um 23:15 Uhr verspühre ich ein zartes Ploppen in mir und viel Nasses was aus mir fließt. Die Fruchtblase ist geplatzt. Ich stehe auf und klemme mir ein Handtuch zwischen die Beine um nicht alles voll zu kleckern. Gehe in das Zimmer meiner und wecke sie. Wir gehen runter ins Wohnzimmer um Wasser in den Pool zu lassen. Während ich die Hebamme anrufe füllt sich der Pool langsam mit Wasser. Meine Hebamme ist noch bei einer anderen Hausgeburt, die Sie aber gerade ins Krankenhaus verlegt haben. Sie macht sich auf den Weg.

Mein Mann ist dank Whats App Videotelefonie live dabei. Er diskutiert immer wieder mit V. wie sie am besten das Poolwasser richtig warm bekommt etc. Mich nervt das und ich versuche die zwei auszublenden.

Ich atme ruhig mit den Wellen zum Baby hin. Die Wellen sind schon recht unangenehm und kommen regelmässig alle 3-4 Minuten.

Die Hebamme ist endlich da, fragt wie es mir geht und wie sie mir am besten helfen kann. Sie macht es sich mit meiner Tochter auf dem Sofa gemütlich. Ich entscheide mich in den Pool zu gehen. Dort sind die Wellen sehr gut aushaltbar. Allerdings werden die Wellen auch schwächer und die Abstände größer. Meine Hebamme bittet mich doch lieber an Land weiter zu machen.

Also steige ich aus dem Pool und hänge mich stehend an meine Hängematte. Die Wellen werden wieder stärker und die Abstände kürzer. Nun merke ich auch wie sein Köpfchen nach unten drückt. Ich verspühre den Drang mitzuschieben. Also schiebe ich, aber nichts passiert.

Nach 15 min und etlichen Stellungswechsel untersucht meine Hebamme mich zum ersten Mal. Der Muttermund war bis auf einen Saum voll eröffnet, allerdings war vor dem Köpfchen noch eine gefüllte Fruchtblase. In der nächsten Wehe eröffnet sie diese Blase und schiebt den Saum etwas beiseite. Das war sehr unangenehm.

Ich gehe wieder in die Hocke und schiebe in jeder Welle mit. Aber es geht nicht voran.  Ich bin am verzweifeln und fluche. Meine Hebamme bittet mich zu hecheln und nicht mehr mitzuschieben.  Sie möchte mir ein homöopathische Mittel spritzen was den Muttermundsaum weich machen bzw verschwinden lassen soll.

Ab da wurde es laut. Ich hörte wie die Kinder in der ersten Etage wach wurden. Meine große Tochter ging hoch um die Kids zu beruhigen und mit Frühstück zu versorgen.

Die Presswehen brachten mich fast um den Verstand. Ich presste nun was das Zeug hielt einfach damit diese Schmerzen endlich ein Ende finden. Ich hing hockend vor der Hängematte. Dann wurde der Kopf geboren und der Körper rutschte in der nächsten Welle hinterher. Es ist 6:56 Uhr und ich halte unseren Sohn in meinen Armen. Das fruchtwasser war grün aber ihm ging es prima. Wir kuscheln uns aufs Sofa und atmen erstmal durch. Mein Große macht das erst Foto und schickt es meinem Mann. Meine Hebamme ruft eine Zweite hinzu. Bis sie kommt bleibt der Kleine auf mir liegen. Nachdem die Nabelschnur auspulsiert war, durchtrennte sie die 4 Jährige, nun  große Schwester, stolz.

Ich bin,zum erstaunen meiner Hebamme, vollkommen heil geblieben.

Nachdem messen und wiegen fahren die Hebammen nach Hause und ich werde von meinen großen Kindern mit Essen und Trinken versorgt. Alle bestaunen ihren kleinen Bruder.

Diese Geburt war widererwartend die Anstrengendste.

Ich bin so stolz auf mein älteste Tochter! Sie hat mich so super unterstützt, mich versorgt und war die ganze Zeit an meiner Seite. Sie hätte jederzeit in ihr Bett gehen können, wollte aber die Geburt ihres Bruders ganz miterleben.

Nun sind wir zu Sechst und überglücklich!

Bis bald,

Eure Claudia

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